MObiDig („Manipulierbare Objekte in digitalen Systemen“) ist eine
Studie zur Manipulierbarkeit von digitalen Objekten im
Automobilbereich, die am Lehrstuhl für Informatik und Gesellschaft
(Prof. Dr.-Ing. Keil-Slawik) an der Universität Paderborn vom
01.10.2004 – 31.07.2005 durchgeführt wird. In der Studie sollen
Potenziale und Risiken von Digitaltechnologien am Beispiel der
computerunterstützten Fahrzeugtechnologie erhoben werden.
Das Ziel dieser Studie ist es, eine systematische Übersicht darüber
zu erstellen, wie digitale Objekte im Automobilbereich als Gegenstand
des Handelns den Nutzern zugänglich sind, welche
Benutzungsschnittstellen dafür bereitgestellt werden und welche Objekte
über Systemgrenzen hinweg ausgetauscht werden können und damit in
anderen Kontexten nutzbar sind. Die dabei festgestellten Medienbrüche
sollen jeweils darauf hin bewertet werden, inwieweit ihre Beseitigung
innovationsförderlich ist bzw. inwieweit ihre Beibehaltung oder
Einführung risikomindernd wirken kann.
Um hier sowohl begleitende Maßnahmen zur Sicherung von Innovationen
ergreifen zu können als auch um grundlegende Problembereiche
identifizieren zu können, soll das Konzept der Alltagstauglichkeit die
Grundlage für eine systematische Erhebung bieten. Alltagstauglichkeit
erfordert, ein Szenario hinsichtlich zweier Nutzungsdimensionen zu
entwickeln. Statt nur die isolierte Nutzung einer einzelnen Funktion
(Anwendung, Dienst etc.) zu betrachten, wird zum einen die Nutzung
durch eine Person oder einen Personenkreis über einen längeren Zeitraum
(horizontale Nutzungsdimension), zum anderen die Nutzung derselben
Funktionen durch unterschiedliche Interessengruppen (vertikale
Nutzungsdimension – „stake holder“) beobachtet.
Die dadurch aufgespannte Nutzungsmatrix ermöglicht es grundlegende
Probleme systematisch gegenüberzustellen. Die einzelnen Felder dieser
Matrix sollen dann besonders anhand der Problemdimension Medienbrüche
bewertet werden.