Im Mittelpunkt des Projekts über die Reform des Domainnamensystems
steht die Einrichtung neuer Namenszonen bzw. Top Level Domains.
Seit etwa Mitte der 90er Jahre wird darüber nachgedacht, den
Namensraum des Internet zu erweitern, um der gewachsenen Nachfrage
nach Domainnamen sowie ihrer veränderten Bedeutung Rechnung
zu tragen. Im Jahr 2000 endlich wurde ein Kompromiss gefunden, der
die Einrichtung von fünf bis zehn neuen Namenszonen vorsieht.
Die zentrale Fragestellung des Projekts ist, wie sich die Erweiterung
des Namensraums auf die Kommunikationschancen der verschiedenen
Nutzergruppen des Internet auswirkt. Diese Frage wird vor dem Hintergrund
der zur Diskussion stehenden Optionen bei der Namensraumerweiterung
untersucht. Gegenstand des Projekts ist darüber hinaus der
Entscheidungs- und Auswahlprozess, der der Einführung der sieben
neuen Namenszonen vorausgegangen ist. Besonderes Augenmerk wird
hierbei auf die Organisationsstruktur von ICANN, die Internet Corporation
for Assigned Names and Numbers und die Rolle der Regierungen gelegt.
Die wichtigste untersuchungsleitende Annahme lautet, dass die zu
beobachtenden Knappheitsphänomene im Namensraum nicht auf technische,
sondern auf politische Ursachen zurückzuführen sind. Weil
das Internet rein software-basiert ist, lassen sich seine Ressourcen
beliebig erweitern.
Die Forschungsmethodik beruht überwiegend auf der Beobachtung
und Auswertung von Diskussionsforen und Mailinglisten im Internet.
Interviews werden zur Vertiefung einzelner Aspekte durchgeführt.
Eine weitere Erhebungsquelle bildet die Teilnahme an Tagungen von
ICANN.