Die Entwertung der Urheberrechte im Internet deckt einen
Interessenkonflikt zwischen Anbietern und Kunden digitaler Waren auf.
Die Anbieter bewerten den unzureichenden Schutz der Urheber und
Verwerter als Entwicklungshemmnis digitaler Vertriebsmöglichkeiten. Um
den Urheber- und Verwertungsschutz technisch durchzusetzen, werden
technische Systeme entwickelt, die eine Verfolgung der Nutzerspuren im
Internet ermöglichen. Die Kunden befürchten dabei zunehmende
Überwachung und Kontrolle und vermeiden die Nutzung derartiger Systeme.
Es droht der Verlust an spezifischen Innovations¬potenzialen einer
globalen Informationsgesellschaft.
Ziel der Studie ist es, die vorhandenen DRM-Systeme unter dem
Gesichtspunkt des Daten- und Nutzerschutzes zu untersuchen und zu
bewerten. Dabei werden die Innovationspotenziale einer
technisch-organisatorischen Unterstützung datenschutz- und
nutzungsfreundlicher DRM-Mechanismen und der ihnen zu Grunde liegenden
Vertriebsmodelle identifiziert und in Hinblick auf ihre
Verwirklichungsmöglichkeiten bewertet.
Das Projekt untersucht beispielhaft konkrete DRM-Systeme. Dabei
werden drei Aspekte untersucht: Erstens technisch die Handhabbarkeit
der Nutzungskontrolle und die Datenspuren, die die Systeme erzeugen.
Zweitens juristisch die Anforderungen durch das Urheberrecht und den
Datenschutz und die Aufdeckung eventueller Widersprüche. Drittens
ökonomisch die Identifikation von Elementen von Geschäftsmodellen, die
sich aus der Anforderung an Nutzungsfreundlichkeit und Datenschutz
ergeben.