Laufende Projekte

 

Projekte an der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH


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Nanomaterialien, Nanodevices, Nanocomputing. Standortbestimmung und Perspektiven / Nanomaterials, Nanodevices, Nanocomputing. Determination of Present Position and Perspectives.

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Kurzbeschreibung

  • Nanotechnologie gilt als eine Schlüsselwissenschaft des 21. Jahrhunderts. Sie ermöglicht weitreichende Miniaturisierung und eröffnet dadurch Wege zu neuen Produkten mit verbesserten und zum Teil neuen Funktionalitäten. In der Untersuchung dieser neuen Technologie treten Fragestellungen auf, deren Behandlung klassischerweise in verschiedenen, von einander getrennten wissenschaftlichen Disziplinen erfolgt. Um gemeinschaftliche Handlungsempfehlungen an Entscheidungsträger in den relevanten Gesellschaftsbereichen wie Politik, Wirtschaft und Forschung geben zu können, muss daher ein Dialog über die Grenzen einzelner Fachbereiche hinweg geführt werden. Neben einer rein naturwissenschaftlich-technischen Behandlung müssen beispielsweise auch wissenschaftstheoretische, ökonomische und toxikologische Standpunkte in die Diskussion eingebracht werden.

    Das Projekt untersucht exemplarisch, welche Bereiche der Nanotechnologie in naher Zukunft gesellschaftliche Relevanz erreichen werden und wie eine wissenschaftliche Gestaltung dieser Technikentwicklung realisiert werden kann. Dabei wird die von der Studiengruppe "Miniaturization and new Materials" der Europäischen Akademie erarbeitete Definition von Nanotechnologie verwendet.

Short Description

  • Nanotechnology is considered a key technology of the 21st century. It allows for far-reaching miniaturization and thereby opens ways to new products with enhanced and partially completely new functionalities.

    Investigating this new technology, questions arise whose treatment classically occurs within different scientific disciplines separated from each other. To be able to give acting recommendations to decision makers in relevant society sectors such as politics, economy and research, a dialogue across the borders of single departmens has to be led. Beyond a pure treatment under aspects of natural sciences and engineering, standpoints for instance from philosophy of science, economy and toxicology have to be included as well.

    The project examines exemplarically which areas of Nanotechnology will assume societal relevance in the near future and how a scientific shaping of this technology development can be realized. In doing so, the definition of Nanotechnology devised by the study group "Miniaturization and new Materials" of the Europäische Akademie is used.


Anreize zur Organspende / Incentives for organ donation

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Kurzbeschreibung

  • Das 1997 in Kraft getretene deutsche Transplantationsgesetz hat für die Transplantationsmedizin zwar mehr Rechtssicherheit gebracht, den eklatanten Mangel an Transplantaten jedoch nicht beseitigt. Der Organmangel in Deutschland wäre noch gravierender, wenn er nicht durch Nettoimporte innerhalb des Eurotransplant-Verbundes gemildert würde.

    In der letzten Zeit ist daher vermehrt über Strategien und Anreize zu Erhöhung des Organaufkommens diskutiert worden. Besondere Brisanz erhält die Problematik dadurch, dass Medienberichten zufolge in einigen Fällen die strengen deutschen Regelungen zur Lebendspende umgangen wurden, indem Lebendspender bezahlt worden seien. Zudem mehren sich die Stimmen, die in mehr oder minder begrenztem Umfang den Handel mit Organen zulassen wollen.

    Im Rahmen des Projektes soll zunächst untersucht werden, worauf die Diskrepanz zwischen geäußerter Spendenbereitschaft und tatsächlichen Organspenden zurückzuführen ist und warum die bisherige Politik zu keiner Steigerung des Organaufkommens geführt hat. Insbesondere soll diskutiert werden, inwieweit ein "Markt für Organe" – ähnlich einem Markt für und damit Wettbewerb um Krankenversicherungsverträge, oder auch einem Markt für Arzneimittel – moralisch vertretbar ist. Darüber hinaus sollen Vorschläge für neuartige Anreizsysteme und die damit verbundenen moralischen Probleme – Eigentumsrecht an Organen, Sicherung der Freiwilligkeit von Spenden, Organkauf in Entwicklungsländern u.a.m. – diskutiert werden.

Short Description

  • The German transplantation act of 1997 brought about more legal certainty for transplantation medicine. However the severe shortage of transplants remains unchanged and recent reports documented first cases of illegal organ donations within Europe, reflecting the actuality of this topic. Strategies and incentives to increase organ availability and thereby to improve this situation are increasingly discussed.

    In the course of this discussion recently voices propagating a limited legalisation of trading organs arose.

    The study will first focus on the discrepancy between a general positive attitude towards organ donation in Germany and the substantially lower actual organ donation rate. Special emphasis will be put on a moral analysis of a "market of organs", similar to markets of and the resulting competition for pharmaceuticals or health insurance polices. Furthermore novel proposals for incentives for organ donation and their moral problems - i.e. ownership of organs, assurance of voluntariness of organ donation or organ import from third world countries - will be discussed.


Umgebungslärm. Risikobeurteilung und Regulation am Beispiel des Verkehrsbereiches. / Environmental Noise. Risk Assessment and Regulation - the Case of Traffic Noise

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Kurzbeschreibung

  • Umgebungslärm kann als Gefährdung angesehen werden. Trotz subjektiver Einschätzungen ist Lärm auch gesundheitlich relevant: So sind Hörverluste und manche Kreislaufprobleme eindeutig auf Lärmwirkungen zurückzuführen. Daneben behindert Lärm die Kommunikation und damit menschliches Zusammenleben.

    Diese Problemlage ist zunehmend öffentlich wahrgenommen worden und hat zu einer Anzahl einschlägiger Regulationen auf nationaler und internationaler Ebene geführt. Dennoch hat dies den Konflikt zwischen Betroffenen und Schallemittenten nicht lösen können. Der Fall des Fluglärms mag hier paradigmatisch sein: Einerseits wird der lärmverursachende Flugverkehr von den Betreibern als ökonomisch Chance aufgegriffen und von den Reisenden zunehmend in Anspruch genommen. Andererseits scheint sich bei den Betroffenen eine zunehmende Lärmintoleranz einzustellen. Daher sollen im Rahmen dieses Projekts rationale Beurteilungen der Lärmrisiken und der Möglichkeiten ihrer Reduktion vorgenommen werden, ohne den gesellschaftlichen Nutzen und die Chancen von Mobilität aus dem Auge zu verlieren.

    Ziel ist die Formulierung geeigneter Vorschläge für etwaige weitergehende Regulierungen in diesem Bereich auf nationaler und Europäischer Ebene.

Short Description

  • Environmental noise may be seen as dangerous. For besides its subjective valuation, it may also become relevant to human health: Cardiovascular problems or hearing loss are some of the known noise effects. Furthermore, noise constitutes an obstacle to communication and thus to social life.

    These problems have raised growing public awareness and as a consequence thereof, a considerable number of relevant regulations have been enacted on national as well as international levels. Nevertheless, these measures did not eliminate the conflict between those who generate noise and those who are affected by noise. The case of aircraft noise may serve here as a paradigm: Air traffic will be increasingly accepted by travellers and are thus endowed with a high economic potential. Simultaneously air-travel is a growing noise source to confounded collectives, which seem to become increasingly intolerant to noise. This problem gives reason rational assessment of noise risks and of potentials for their mitigation. In conducting this task, utilities and chances of mobility to the society should be co-evaluated.

    This project aims at reasonable recommendations for the upcoming relevant regulations on national and European levels.


Eingriffe in die Psyche.
Neue Interventionsmöglichkeiten als gesellschaftliche Herausforderungen.

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Kurzbeschreibung

  • Wissenschaftliche und technische Fortschritte haben in den vergangenen Jahren zur Entwicklung von neuartigen Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Psyche geführt. So lassen sich bestimmte Funktionsstörungen des Gehirns durch neurobionische Implantate oder durch die Injektion von fötalen Zellen behandeln. Weiterhin werden Psychopharmaka zunehmend in Lebensbereichen verwendet, in denen medizinische Maßnahmen bislang kaum eine Rolle gespielt haben. Zu denken ist hier beispielsweise an den Einsatz von Ritalin zur Behandlung von Kindern, bei denen die sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert wird.

    So unterschiedlich die genannten Interventionsmöglichkeiten sind, werden die Debatten über ihre Nutzung doch von ganz ähnlichen Erwägungen bestimmt. Beispielsweise wird diskutiert, ob bestimmte Arten von Eingriffen persönlichkeitskonstituierende Merkmale und Fähigkeiten derjenigen Menschen berühren könnten, an denen sie vorgenommen werden. Gelegentlich wird auch die Vermutung geäußert, die fortschreitende Ausweitung des Handlungsspielraums zur Beeinflussung der Psyche könne unser Verständnis dessen verändern, was es heißt, ein Mensch zu sein. Ob die geschilderten Entwicklungen tatsächlich Grund zu derartigen Befürchtungen geben, wird im Rahmen des geplanten Projekts zu prüfen sein. Weiterhin soll untersucht werden, mit welchen moralischen Überzeugungen und welchen der im europäischen Raum geltenden gesetzlichen Regelungen die Nutzung und Weiterentwicklung der angeführten Handlungsoptionen in Konflikt geraten könnte.