Sehr geehrte ITA-Newsletter-Abonnenten,
Wir möchten Sie auf zwei kürzlich begonnene ITA-Studien aufmerksam
machen:
Die Wissenschaft als virtueller
Forschungsprozess
Innovations- und Technikanalyse zu Potenzialen, Trends, Grenzen und
Risiken von virtueller Wissenschaft
Informations- und Kommunikationstechnologien verändern gegenwärtig
tiefgreifend das Wissenschaftssystem. Ihre zunehmende Nutzung stellt
nicht nur neue Anforderungen an die technische Infrastruktur, sondern
führt zu einem Wandel der Arbeitspraxis und prägt die Inhalte,
Gegenstände und Strukturen akademischer Forschung.
Zwei Studien für das Bundesministerium für Bildung und Forschung
untersuchen im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse diese
Veränderungen und analysieren innovationspolitische
Handlungsoptionen.
Teilprojekt: Märkte der virtualisierten
Wissenschaft
Im Rahmen des Teilprojektes "Märkte der virtualisierten
Wissenschaft" sollen die sich neu entwickelnden Wissenschaftsmärkte
zunächst vor dem Hintergrund von vier Aspekten untersucht werden.
(1) Inwieweit hat die bisherige Nutzung von Informations- und
Kommunikationstechnologien zu einer höheren Produktivität in der
Wissenschaft beigetragen?
(2) Inwieweit erweitert eine Virtualisierung den Pool an verfügbaren
Wissenschaftlern und Wissen?
(3) Inwieweit ermöglicht es die stärkere Vernetzung, Forschung in
Bereichen zu fördern und zu betreiben, zu denen ein Zugang vorher nicht
möglich war?
(4) Inwieweit ist durch eine Virtualisierung ein genereller Wandel
hinsichtlich kommerzieller Aspekte auf dem Forschungs- und
Wissenschaftsmarkt zu verzeichnen?
Die Analyse stützt sich dabei auf Fallbeispiele aus der Nano- und
Biotechnologie sowie weiteren Wissenschaftsbereichen, die sich durch
besondere Informations- und Kommunikationsbedürfnisse auszeichnen.
Die Ergebnisse der Untersuchungen werden politischen Akteuren und
weiteren relevanten Stakeholdern aus dem Wissenschaftssystem in einem
Workshop vorgestellt. Ziel ist es, im Rahmen eines
Seminar-Gaming-Workshops, Handlungsempfehlungen hinsichtlich der
Ausgestaltung neuer Finanzierungs-, Regulierungs- und
Organisationsmodelle auszuarbeiten, die in Märkten den Zugang zu
Informationen aus der Wissenschaft sicherstellen sollen.
Die Studie wird von RAND Europe (Berlin, Leiden, Cambridge)
durchgeführt.
Kommunikationsbeschleuniger in der
Wissenschaft
Hat IT-gestützte Kommunikation das Potenzial, Wissenschaftsprozesse
über das Maß zu beschleunigen, welches bisher durch die weitgehend
unsystematische Nutzung neuer Kommunikationsmittel erreicht worden ist?
Am konkreten Beispiel eines nationalen medizinischen
Forschungsverbundes, dem Kompetenznetz HIV/AIDS, wird diese
Fragestellung untersucht. Dabei stehen Kommunikationsbeziehungen nicht
nur zwischen forschenden und praktizierenden Ärzten, sondern
insbesondere zwischen Wissenschaftlern in unterschiedlichen Positionen,
zwischen Forschung, Industrie und auch den Betroffenen im Vordergrund
der Analyse.
Eine kritische Reflexion der Aspekte Passfähigkeit,
Beschleunigungsgrad, Prozessveränderung, Integrationsnotwendigkeit und
Innovationspotenzial bildet die Basis für die Entwicklung von
Handlungsempfehlungen. Die Studie klärt Kommunikationsstrukturen in
Innovationsnetzwerken und kann damit einen Beitrag leisten,
Innovationsprozesse zu beschleunigen.
Die processware GmbH führt als Auftragnehmer der Studie diese
zusammen mit den Partnern Fraunhofer ISST und ZUMA ( Zentrum für
Umfragen, Methoden und Analysen) durch.
Die Studien werden im Juni 2005 abgeschlossen.
Weiteres unter: http://www.innovationsanalysen.de
(URL: http://www.innovationsanalysen.de)