Fachtagung "Dienstleistung ohne Wertschöpfung - Wertschöpfung ohne Dienstleistung?" am 08. Dezember 2006 in Berlin

Durchführung

ISO-Institut, Saarbrücken (www.iso-institut.de)

Ansprechpartner

Prof. Dr. Daniel Bieber (Bieber@iso-institut.de)

Kurzbeschreibung

Die Dienstleistungsforschung in Deutschland braucht dringend neue Impulse. Insbesondere der Zusammenhang von Technologieentwicklung, neuen Branchentrends wie Offshoring und Outsourcing, die daraus ableitbaren neuen Anforderungen an das Management von Dienstleistungsunternehmen, aber auch an die Qualifikationen des Managements sind nicht hinreichend präzise erforscht. Es ist aber im Zeichen zunehmender Globalisierung unverzichtbar, sich gründlich über die damit einhergehenden Herausforderungen auch für den Dienstleistungssektor zu informieren, um angemessene Strategien entwickeln zu können. Denn auch im Feld der Dienstleistungen gilt, dass der Wandel, der zusätzlich noch durch die rasante Entwicklung und Verbreitung neuer Technologien beschleunigt wird, nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance begriffen werden muss. Umso mehr, als in neuen Faktorkombinationen von Technik, Organisation und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Chancen für die deutsche Dienstleistungsbranchen im Ausland liegen - sie müssen nur wahrgenommen und genutzt werden.

Hatten Produktionsunternehmen seit Mitte der achtziger Jahre weit reichende Reorganisationsmaßnahmen zu durchlaufen, als deren wesentliches Charakteristikum es gilt, dass komplette Wertschöpfungsketten in den Blick genommen werden (Stichwort: systemische Rationalisierung), so werden nun auch zunehmend Dienstleistungsprozesse nach dem gleichen Muster reorganisiert: komplette Wertschöpfungsketten werden zum einen im Gesamtzusammenhang analysiert, zum anderen aber in ihre Einzelteile zerlegt, nach Standardisierungsmöglichkeiten gesucht, einzeln nach ökonomischen Kriterien bewertet, um im Anschluss an diese Analysen die Wertschöpfungskette wieder neu zusammen zu setzen. Im Ergebnis können dann verschiedene Prozesse an billigere Anbieter vergeben werden (outsourcing), wobei diese im Inland sitzen können oder auch, insbesondere wenn es sich um standardisierte, aber nicht um "kundenkritische" Prozesse handelt, im Ausland (Offshoring).

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, an eine Debatte anzuknüpfen, die in den USA bereits geführt wird und die mit dem Namen Uday Karmarkar verbunden ist. Ziel der Tagung, zu der Professor Uday Karmarkar sowie bedeutende Dienstleistungsforscher aus Deutschland eingeladen werden, ist die Eröffnung von Lernchancen aus dieser Debatte. Im Anschluss an die Tagung werden die Ergebnisse veröffentlicht.


Inhaltlich soll sich die Fachtagung um folgende Themen gruppieren:

  • Was sind die "technologischen Treiber" der "Dienstleistungsrevolution"? Wie vermitteln sie sich in die Organisation von Dienstleistungsunternehmen hinein?
  • Welche Dienstleistungsbranchen werden besonders von Outsourcing und Offshoring betroffen sein?
  • Welche Arbeitnehmergruppen sind besonders von technologischen Veränderungen betroffen?
  • Welche Möglichkeiten ergeben sich für einzelne Unternehmen, aus den neuen Globalisierungstendenzen Gewinn zu ziehen?
  • Was kann die Politik (Forschungs- und Entwicklungspolitik, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik etc.) tun, um den Wandel zu begleiten und seine negativen Konsequenzen möglichst klein zu halten und die sich ergebenden Chancen zu nutzen?
  • Welche Probleme bekommen betriebliche Akteure (Management, Betriebsräte), wenn sie sich nicht rechtzeitig auf den Wandel einstellen? Welche Aktions- oder Reaktionsmöglichkeiten haben sie?